BÜHNE - 1. Quartal 2016

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TANZSCHNEE
Wer noch keine Gelegenheit hatte, ins neue Jahr zu tanzen, kann das hier nachholen: Am Samstag, 16. Januar findet ein festlicher Winterball in der Wallauer Dance World statt. Ballkleidung und Voranmeldung sind Pflicht! 



KINDERTHEATER 
Die beliebten Bilderbuch-Figuren Pettersson und Findus kommen zu einer Nachmittagsaufführung ins Bürgerhaus Biedenkopf. Kleiner Quälgeist, große Freundschaft heißt es am Montag, 25. Januar.


 
KRIMINALTHEATER 
Die zwölf Geschworenen sitzen über ein Menschenleben zu Gericht. Elf plädieren für 'schuldig', nur einer schert aus, befragt sein Gewissen und das der anderen ... und alles wird anders. Ein absoluter Klassiker, am Samstag, 30. Januar im Bürgerhaus Biedenkopf. 



MARIONETTENOPER 
Das Marionettentheater Schartenhof führt die Oper Der Freischütz nochmals auf. Jeweils Samstag/Sonntag geht das Stück am 6. und 7. sowie am 13. und 14. Februar über die Bühne. 



EILIGER NACHSCHLAG
Romeo und Julia sterben am Freitag, 12. Februar in einer sehr modernisierten Fassung. Die Pressemitteilung kam zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn rein, weshalb im redaktionellen Teil schlicht und direkt das Schreiben unserer städtischen Kulturreferentin zitiert sei.



BOULEVARD
Als Film und Theaterstück ein Welterfolg: Die Geschichte vom jungen König, der das Stottern verlernte. The King's Speech - Die Rede des Königs kann man sich am Samstag, 27. Februar im Bürgerhaus Biedenkopf anhören.



LEBENDE BILDER
Er schneidet die Persönlichkeiten bekannter Zeitgenossen aus und stülpt sie sich über oder schlüpft hinein: Ennio Marchetto präsentiert am Samstag, 5. März sein Programm The Living Paper Cartoon.





Samstag, 16. Januar 2016


20 Uhr – Walzerrausch in der Dance World
Winterball: Nicht nur für gläserne Schuhe

Ein Ball zum Jahresanfang in festlicher Atmosphäre, bei dem Jung und Alt Gelegenheit haben, nach ausgewählter Musik mal flott, mal ruhig das Tanzbein zu schwingen. Gespielt wird vom Langsamen Walzer über Tango Argentino, Salsa, Cha-Cha-Cha, Discofox und Co. alles, was Spaß macht. Die Veranstaltung beginnt mit einem Sektempfang, anschließend begleitet ein Showprogramm mit viel Tanz durch den Abend. Ausgewählte Drinks gibt's an der Bar – für die ist ausreichend Platz im Magen, denn Speisen werden nicht angeboten. Um Ballkleidung wird ebenso gebeten wie um Voranmeldung.

Dance World Wallau, Bahnhofstraße 48
Einlass ab 19 Uhr
Beginn 20 Uhr
Erwachsene  € 16, Schüler € 8
Vorverkauf via Mail
sowie 06461 - 808697



Montag, 25. Januar 2016


16 Uhr – Bürgerhaus Biedenkopf
Eine Katze macht Theater

© Verlag Fr. Oetinger, Hamburg
Der kauzige alte Pettersson lebt allein auf seinem Bauernhof. Bis eines Tages Beda Andersson seiner Einsamkeit ein Ende setzt, indem sie ihm einen kleinen Kater schenkt, den sie im Wald gefunden hat. Der glückliche Pettersson gibt ihm den Namen Findus und kümmert sich liebevoll um ihn. Die Abenteuer beginnen, als der kleine Findus plötzlich zu sprechen anfängt.

Das Theaterstück Pettersson und Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft basiert auf den Kurzgeschichten Wie Findus zu Pettersson kam, Eine Geburtstagstorte für die Katze, Ein Feuerwerk für den Fuchs und Findus und der Hahn im Korb von Sven Nordqvist. Dessen Bücher um die Katze und den alten Mann mit dem hohen Hut sind längst zu Klassikern vanciert, um sie herum ist eine dicht bestückte Merchandising-Welt entstanden. Einen ausführlichen Artikel zum Stück, das vom Kimugi Theater Gießen im Biedenkopfer Bürgerhaus aufgeführt wird, findet sich auf der Homepage der Stadt Frankenberg sowie beim Hinterländer Anzeiger.

€ 14 Kinder, € 16 Erwachsene - kein Vorverkauf - weitere Infos unter Hotline (0 15 20) 7 79 54 45



Samstag, 30. Januar 2016 


20 Uhr – Bürgerhaus Biedenkopf wird zum Schwurgericht
Die zwölf Geschworenen

Es ist der heißeste Tag des Jahres. Ein Gewitter liegt in der Luft. Es ist der letzte Verhandlungstag eines schwerwiegenden und an sich eindeutigen Mordprozesses mit schier erdrückender Beweislast: Ein 17jähriger aus einem Slumviertel hat im Streit seinen Vater mit einem extrem auffälligen Springmesser erstochen. Die Anklage präsentierte zwei glaubhafte Zeugen. Beide haben den Jugendlichen bei der Ausführung der Tat beobachtet und ihn kurz darauf wegrennen gesehen.




Reginald Roses Stück Die zwölf Geschworenen setzt mit dem Ende der Verhandlung ein, als sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen. Wir lernen zwölf New Yorker Männer und Frauen völlig unterschiedlichen Charakters und Temperaments kennen, deren einzige Gemeinsamkeit es ist, bestimmt worden zu sein, in diesem Mordprozess einen einstimmigen Schiedsspruch zu fällen. In einem engen, von der Außenwelt abgeschlossenen Raum beraten sie darüber.

Es wird mit einem raschen Ende der Sitzung gerechnet, denn elf der Geschworen sind sich sofort einig: Der Angeklagte ist schuldig. Einer jedoch stellt sich gegen die Mehrheit: Er hat einen begründeten Zweifel und plädiert deshalb für nicht schuldig. Die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen ist ihm mindestens eine faire Diskussion wert. Das Unverständnis der Mitgeschworenen ist groß. Sie versuchen, den Zweifler mit mehr oder weniger stichhaltigen Argumenten von ihrem Schuldspruch zu überzeugen. Detailgenau werden noch einmal die Zeugenaussagen besprochen, die Tatwaffe erneut betrachtet, ebenso wie der Tatort-Plan und das Motiv. Und plötzlich, nach genauerer Analyse, scheinen die Beweise keineswegs mehr eindeutig. Die hitzigen Gemüter stoßen aufeinander, Reibereien, Streitigkeiten bestimmen die Diskussion. Die Atmosphäre im Raum ist zum Zerreißen gespannt. Doch nach und nach wird die Mauer der Vorurteile und schnellen Schlussfolgerungen brüchig.


Sidney Lumets gleichnamige Verfilmung des Stoffes aus dem Jahre 1957  gehört bis heute zu den eindringlichsten und emotional mitreißendsten Gerichtsfilmen, die je gedreht wurden. Henry Fonda in der Hauptrolle wurde ebenso für den Oscar nominiert wie Regie und Drehbuch; der Film gewann u.a. den Goldenen Bären der Berlinale 1958.

Vorverkauf  €  12 - 22 
in Reiseagentur Meridian, Hospitalstr. 14, Tel. 06461 - 2031
Abendkasse € 14 - 24
Veranstalter: Kultur- und Veranstaltungsring e.V. Biedenkopf



Sa., 6. und So., 7. Februar 2016/
Sa., 13. und So., 14. Februar 2016 


11 & 17 Uhr (13. Feb. nur 17 Uhr) - Wiederaufnahme
Der Freischütz im Marionettentheater Schartenhof

Nachdem im Frühjahr 2015 einmal mehr Mozarts Don Giovanni die Frauenwelt unsicher machen durfte, stand im darauf folgenden Herbst mit Der Freischütz zum ersten Mal Carl Maria von Webers berühmte romantische Oper auf dem Spielplan des Marionettentheaters Schartenhof. Mit der Wiederaufführung der Oper setzen die Eckelshausener Strippenzieher ihre seit nunmehr 16 Jahren erfolgreiche und beliebte Spielreihe fort und beweisen dabei ein mal mehr, dass Marionettentheater keinesfalls nur Kinder anspricht.

Sechs von sieben Freikugeln treffen jedes Ziel; die siebte tötet, was du liebst: Seit 1821 weiß die Geschichte um den Jägersburschen Max, der einen Bund mit dem Teufel eingeht, um die Geliebte freien zu können, das Publikum zu begeistern. Ganz der düsteren Seite der Romantik verpflichtet, ist Der Freischütz eine Geschichte über die verführerische Macht des Bösen, ein Albtraum aus Spuk und Nebel. Er ist aber auch das Psychogramm eines jungen Mannes, der sich einredet, niemals scheitern zu dürfen und deshalb bereit ist, zur dunklen Seite der Macht zu wechseln: Wenn Max sich auf den Weg zur Wolfsschlucht macht, um dort Schlag Mitternacht die sieben schicksalhaften Kugeln zu gießen, ist der von ihm durchschrittene tiefe dunkle Wald nicht weniger als der Spiegel seiner Seele.

18 € (ermäßigt 12 €)
Kartentelefon 06461 - 2710 
oder per E-Mail



Freitag, 12. Februar 2016


18 Uhr -Breidhof, Schulstraße 23
Romeo & Julia: Nur dein Name ist mein Feind 

Liebe Kulturfreunde,

am Freitag, 12.2. gibt es Romeo und Julia in ganz anders. Um 18 Uhr heizen ein Dutzend Jugendliche der alten Love Story ordentlich ein. Die atmosphärische alte Produktionshalle des ehemaligen Breidhof (Schulstraße 23) in Biedenkopf bietet für diese Adaption den passenden Rahmen. Es wird hipp, schrill und laut, wenn die Jugendlichen des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft e.V. in ihrer ersten Theaterwerkstatt die Muskeln spielen lassen.



Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, in einer Kooperation von Bildungswerk, St.-Elisabeth-Verein und Eigenbetrieb.

Lust auf ein Experiment? Dann nichts wie hin!
Liebe Grüße, Birgit Simmler

Ein ausgiebiger Artikel des HA über das Projekt findet sich hier.
... und eine Besprechung hier.

Eintritt frei


Samstag, 27. Februar 2016


20 Uhr - Bürgerhaus Biedenkopf
King's Speech - Die Rede des Königs 

'The King’s Speech: ein Triumph der Schauspielkunst', titelten die Grafschafter Nachrichten, und weiter: 'Das war die bislang beste Aufführung der Saison: ein Schlagabtausch voller Komik, Ironie und Emotion. Die Inszenierung The King's Speech bewegte zu rhythmischem Applaus und stehenden Ovationen. Zu Recht: Die Schauspielkunst nicht nur der beiden Hauptdarsteller und die elegante filmische Regiehandschrift Helmuth Fuschls machten die Aufführung zu einem intellektuellen und am Schluss menschlich anrührenden Genuss. Götz Otto spielte den späteren König bravourös. Seine abschließende Rundfunkansprache an Nation und Empire war auf der Bühne ein berührender Triumph der Menschlichkeit und Pflichterfüllung.'



Der "spätere König" wird als George VI. in die Geschichte eingehen, doch zu Beginn von The King’s Speech heißt er noch Albert, ist lediglich Kronprinz (zweiter in der Erbfolge) und Herzog von York. 1925 soll er im Wembley Stadion die Abschlussrede der Empire-Ausstellung halten. Die Rede wird über den Hörfunk live übertragen, aber Albert ist Stotterer und scheitert. Vierzehn Jahre später, am 3. September 1939, das Vereinigte Königreich nach dem deutschen Angriff auf Polen dem Deutschen Reich den Krieg erklärt, gelingt es Albert - nunmehr George VI. - die in das gesamte Königreich und Empire übertragene Rede fehlerfrei und gefühlvoll zu halten. Das Theaterstück beleuchtet jene vierzehn Jahre zwischen den beiden Ereignissen: Alberts zunächst befremdete, zuletzt aber zutiefst freundschaftliche Beziehung zu seinem australischen Sprechlehrers Lionel Logue, dessen Hilfe er auf Anraten Frau Elisabeth in Anspruch nimmt.



Der gleichnamige Film gewann 2011 vier Oscars in den Kategorien bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller und bestes Originaldrehbuch. Interessant ist, dass zwar bereits vor dem Film das Theaterstück existierte, es aber noch nie aufgeführt worden war. Die Wikipedia weiß dazu:

'Drehbuchautor David Seidler hatte die Geschichte von König Georg VI. und Lionel Logue bereits in den frühen 1980er Jahren recherchiert, stellte dann aber die weiteren Arbeiten an einem Drehbuch auf Wunsch von Königinmutter Elisabeth – der Witwe Georgs VI. – zu ihren Lebzeiten zurück. 2005, drei Jahre nach ihrem Tod, nahm Seidler die Arbeit an The King’s Speech wieder auf, arbeitete den Stoff aber zu einem Theaterstück um. Das Stück wurde 2006 der Produzentin Joan Lane präsentiert. Sie sah in dem Skript jedoch vielmehr ein Filmdrama und realisierte schließlich eine Filmversion mit damaligen Kollegen. Für die Inszenierung wurde der als Regisseur von historischen Fernsehfilmen bekanntgewordene Tom Hooper gewonnen, der durch seine Mutter auf das noch unveröffentlichte Theaterstück aufmerksam gemacht wurde.'

Vorverkauf  €  12 - 22 
in Reiseagentur Meridian, Hospitalstr. 14, Tel. 06461 - 2031
Abendkasse € 14 - 24
Veranstalter: Kultur- und Veranstaltungsring e.V. Biedenkopf


Samstag, 5. März 2016


20 Uhr – Bürgerhaus Biedenkopf: Zum Ausschneiden!
Ennio Marchetto – The Living Paper Cartoon




Ennio Marchetto, weltweit als Star gefeiert, ist in Deutschland immer noch ein Geheimtipp! Wenn sich in unseren papierfeindlichen Zeiten des WWW über sieben Millionen Menschen einen Papierkünstler auf Youtube anschauen, muss es sich um etwas ganz Besonderes handeln. Um etwas Einmaliges, Mitreißendes. Um Ennio eben! Ennios Kunst lebt einzig und allein von Pappe und Papier und natürlich von seiner unnachahmlichen Beobachtungsgabe. Mit dieser Kombination erweckt er immer und immer wieder seine Stars zum Leben und reißt jedes Mal aufs Neue sein Publikum in Begeisterungstürmen von den Sitzen. Begrüßen Sie Ennio Marchetto and his Allstars: Madonna, Cher, Michael Jackson, Luciano Pavarotti, Marilyn Monroe, Prince, Mona Lisa und, last but not least, die Queen.

'Marchettos Kunst (…) changiert zwischen Travestie, Origami und Hitparade. Der Pracht der Kostüme und dem schrillen Outfit setzt Marchetto das Unerwartete, Kreative und Verblüffende entgegen, sind doch seine papiernen Kostüme von ausgeklügelter Finesse, stecken immer voll Überraschungen, spielen mit unverhoffter Täuschung und führen stets – mindestens – ein Doppelleben.' (Ruhr-Nachrichten)

Vorverkauf  €  12 - 22 
in Reiseagentur Meridian, Hospitalstr. 14, Tel. 06461 - 2031
Abendkasse € 14 - 24
Veranstalter: Kultur- und Veranstaltungsring e.V. Biedenkopf

KUNST - 1. Quartal 2016

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AUSSTELLUNG
Schlicht Landschaften ist die Ausstellung betitelt, die noch bis zum 9. April von der 'Galerie im Treff' in der Kernstadt beherbergt wird. Gezeigt werden vielfältige Acrylbilder des Biedenkopfers Dimitrije Nastoski.



ÜBERREICHUNG
Ubbo Enninga macht den Bürgern der Stadt Biedenkopf und des Landkreises ein Geschenk: In Anwesenheit von Landrätin Kirsten Fründt wird am 12. Februar der Bronzeguss Meine Afrikanische Seele im Landratsamt Biedenkopf, Kiesackerstraße 12, feierlich überreicht.



EINWEIHUNG
Am 25. Februar wird die Installation ROLLING STONES 2.0 – Steine ins Rollen bringen eröffnet, die von Ursula Cyriax in Zusammenarbeit mit Jugendlichen des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft erschaffen wurde.



OSTERAUSSTELLUNG
Noch bis 26. März zeigt der Schartenhof in Eckelshausen asiatische Lackmalerei auf Eiern mit floralen und ornamentalen Motiven. Die Ausstellung ist täglich (außer montags) von 14 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Gruppenbesuche mit mehr als zehn Personen bitte anmelden unter 0 64 61 - 2710



AUSSTELLUNG MIT FÜHRUNG  
Was zeigen sie eigentlich, die schönen japanischen Kimonos, wenn man ihre Abbildungen genauer betrachtet? Wie unterscheiden sie sich voneinander? Eine Ausstellung im Schenkbarschen Haus Biedenkopf macht diese Geheimnisse sichtbar, vom 25. April bis 8. Mai.



Noch bis 9. April 2016


Ausstellung geht ins neue Jahr
Seele in Pastell  

Immer mal wieder macht man als Besucher der Galerie im Treff erstaunliche Entdeckungen. In Sammel- oder Einzelausstellungen wird man dort mit Werken konfrontiert, in denen Menschen ihre seelischen Probleme verarbeitet haben ... oder neuer Lebensfreude Ausdruck verleihen, wenn sie diese Probleme erfolgreich bewältigen konnten. Das psychosoziale Beratungszentrum Der Treff bietet künstlerisch tätigen Menschen Platz und Zeit für Ausstellungen, wie man in auf den Kunstmarkt schielenden Galerien eher nicht findet. Und gibt sich dabei durchaus selbstbewusst: Eine klare Abgrenzung zu Kitsch, Volkskunst und Kunsthandwerk ist sinnvoll, heißt es in den Statuten. 

Noch gute vier Monate lang (Ausstellungsende ist am 9. April 2016) kann man die Werke des Biedenkopfers Dimitrije Nastoski bewundern. Landschaften ist seine in Acryltechnik entstandene Reihe aus Gelegenheitsarbeiten schlicht betitelt.
 

Veranstaltungsort: DER TREFF,  Hainstraße 39,  Biedenkopf
Öffnungszeiten: Mo.- Fr. 10- 12 Uhr, Do. 16- 18 Uhr
und nach Vereinbarung, Tel. 06461/ 95240
Eintritt frei




Freitag, 12. Februar 2016


16 Uhr - Überreichung 
Kleine Geschenke ...



... erhalten die Freundschaft, große aber auch, und von Schönheit kriegt man sowieso nie genug. Meine afrikanische Seele ist die Bronzeskulptur benannt, die Bildhauer Ubbo Enninga den Bürgern von Stadt und Landkreis in Anwesenheit von Landrätin Kirsten Fründt übereignet. 

Hier ein Bericht zur Überreichung im Hinterländer Anzeiger. 

Landratsamt Biedenkopf, Kiesackerstr. 12




Donnerstag, 25. Februar 2016


12 Uhr - Einweihungsfeier des Soziokulturprojektes 
Rollende Glückssteine

ROLLING STONES 2.0 – Steine ins Rollen bringen heißt das Soziokulturprojekt, das die Berliner Künstlerin Ursula Cyriax zusammen mit Jugendlichen des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft (und vielen Sponsoren) erschaffen hat. Eine verödete Straßenecke erhielt neuen Glanz, aber dahinter steckt mehr als nur Straßenkunst: Bevor die Jugendlichen hier gestalten durften, gab's erst mal eine Ladung Glücksunterricht. Lebenskunsttraining nennt das Initiatorin Ursula Cyriax, und gibt dabei den Teilnehmern Anregungen, Vom Erdulder zum Gestalter deines Lebens zu werden.

Ausführliche Informationen zum künstlerischen und soziologischen Hintergrund liefert ein längerer Artikel des Hinterländer Anzeigers. Und die Bäckerei Schäfer liefert zur Einweihung und Gratis-Verkostung Schnittchen, und irgendwer liefert auch Sekt!

Ecke Freiherr-vom-Stein-Straße/ Hospitalstraße Biedenkopf




Mo., 25. April - So., 8. Mai 2016


Verborgene Kunst vor aller Augen
Die Geheimnisse der japanischen Kleidungskunst



Kimono, also einfach "Tragedinger", "Kleidung", nennen wir die verschiedenen Kleidergattungen der traditionellen japanischen Tracht. In Japan verwendet man dieses Wort im Grunde nur den Nichtjapanern zu Liebe und als sehr ungenauen Sammelbegriff. Typisch sind in Japan ausgesucht schöne und künstlerisch hochwertigste Verzierungen der Tomesode, Haori, Komon, Shiromuki und Uchikake, Obi und anderen Kimono, die ungeübten Betrachtern meist gar nicht ins Auge fallen.

Als allererste Ausstellung in den neuen zusätzlichen Räumen zeigt das Schenkbarsche Haus Museum erstmalig im Obergeschoss seiner Kulturstube Zur sicheren Beule in der Hintergasse 18 in Biedenkopf eine Auswahl typisch japanischer Seidenkleidungsstücke, deren Reichtum erst auf den zweiten oder dritten Blick auffällt, wenn man sich auf eine optische Entdeckungsreise einlässt.

Eintritt frei
Die Ausstellung vom 25.4. bis 8.5. im Schenkbarschen Haus Museum (Bei der Kirche 9 in Biedenkopf) kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Terminabsprachen dafür bitte unter 06461/89180 oder via Mail

MUSIK - 1. Quartal 2016

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SCHWIPPSCHWAPP
Die Slowakische Sinfonietta Žilina, begleitet von einer herrlichen Stimme und einer Violine, lädt zu einem beschwingten Neujahrskonzert ein. Am Samstag, 2 Januar ertönen im Bürgerhaus Biedenkopf Stücke berühmter und beliebter Musikern mit klangvollen Namen.



MITSINGSEL
Nicht nur Mittfünfziger dürften kaum zu halten sein, wenn am Freitag, 22. Januar Ulla Meinecke (Die Tänzerin, Nie wieder, Feuer unterm Eis) zum Heimspiel in der Fritz-Henkel-Halle in Wallau antritt.



MARIONETTENOPER 
Das Marionettentheater Schartenhof führt die Oper Der Freischütz nochmals auf. Jeweils Samstag/Sonntag geht das Stück am 6. und 7. sowie am 13. und 14. Februar über die Bühne. 



GLORIOUS GOPSPELS
Himmelhochjauchzend geht es am Freitag, 19. Februar in der Evangelischen Stadtkirche zu, wenn die Glory Gospel Singers die Energie des Gospelgesangs aus der Kulturmetropole New York direkt nach Biedenkopf bringen - mit Körpereinsatz, Überzeugung und Hingabe. 



HANDI-CLAPPED
Ein besonderes Konzert kann man am Mittwoch, 16. März in der Aue Eventhalle Biedenkopf erleben. Dort treten Hinterländer Musiker mit der Tanzgruppe der Hinterländer Werkstätten zusammen auf - bei Inklusion LIVE. 



FINGERFERTIGKEITEN
Am Samstag, 19. März kommt ein inzwischen alter Bekannter nach Biedenkopf in den Rathaussaal. Meisterpianist Menachem Har-Zahav wird mit Piano Classics einen musikalischen Querschnitt durch Romantik, Impressionismus und Moderne darbieten. 




Samstag, 2. Januar 2016


19.30 Uhr – Klingendes Europa
Neujahrskonzert: Beschwingtes Potpourri im Bürgerhaus Biedenkopf


Die Slowakische Sinfonietta Žilina gehört zu den bekanntesten Orchestern Osteuropas. Sie wurde im Jahre 1974 als kleines Symphonieorchester aus der Taufe gehoben. Seitdem konnte das Orchester nicht nur eine führende Position in der Tschechischen Republik und der Slowakei erringen, sondern es gelang ihm auch sehr bald, sich im internationalen Vergleich zu behaupten. Die Mitglieder des Orchesters sind überwiegend Absolventen der Musikhochschulen von Prag, Brünn und Bratislava (Preßburg). Mehrere von ihnen sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und außerhalb ihrer Orchestertätigkeit auch als Solisten tätig.

Chefdirigent der Slowakischen Sinfonietta war  der bedeutende  Dirigent und Komponist Eduard Fischer (1930-1993). Unter seiner Leitung erreichte das Orchester in kurzer Zeit ein hohes künstlerisches Niveau. Bereits im Jahre 1977 wurde es als Festivalorchester zu den Salzburger Festspielen eingeladen. Es ist zudem das einzige Orchester, das neben den Berliner und Wiener Philharmonikern regelmäßig während der Wiener Festwochen gastiert; mehr als 1000 Konzerte in Europa, Asien, Afrika, Japan und den USA wurden seit der Gründung gegeben. In Biedenkopf spielen die Musiker unter der Leitung von Volker Schmidt-Gertenbach mit den Solistinnen Jeanne Christée (Violine) und Kremena Dilcheva (Mezzosopran)  Werke von Mozart, Brahms, Tschaikowsky, Dvôrák, Donizetti, Grieg, Elgar, Sibelius, Rossini, Moszkowski, Bizet, sowie Josef und Johann Strauß. (mehr ...)

Bürgerhaus Biedenkopf
€ 25 / 23 / 19
Vorverkauf: Eigenbetrieb der Stadt Biedenkopf, Hainstraße  63,  Telefon  06461-95010 
oder via Mail




Freitag, 22. Januar


20 Uhr – Fritz-Henkel-Halle Wallau
Heimspiel: Ulla Meinecke & Band  


Ulla Meinecke, in Wallau aufgewachsen und seit vielen Jahren Wahlberlinerin, ist seit über dreißig Jahren eine feste Größe in der deutschen Musik- und Kulturlandschaft (Nie wieder, Die Tänzerin). In ihren Texten reflektiert sie auf ironische Weise die Mysterien des Alltags und der Liebe. Ihre samtige Stimme, ihre poetische Sprache und nicht zuletzt ihre nachdenklich-ironische Sicht auf die alltäglichen Dinge begründen ihren Ruf als Sängerin, Dichterin und Autorin.



Ich singe sie gern, weil der größte Teil meiner Songs zeitlos ist. Das liegt sicher daran, dass es bei mir textlich weder Schnellschüsse oder Kompromisse noch modische Gags gibt. Was ist langweiliger als die Mode von gestern?



Ulla wird in Wallau viele Bekannte, Schulfreunde und ihre Familie wiedertreffen. Kleine Bandbesetzung mit Betonung auf den leisen Tönen! Im Vorprogramm spielt der junge lokale Liedermacher Lucas Rieger.

Ein längerer Artikel des Hinterländer Anzeiger ist hier zu lesen... 

... und hier noch ein weiterer, vom Tag nach dem Konzert.

Fritz-Henkel-Halle Wallau
€ 25 Abendkasse
€ 22 Vorverkauf im Henkel Lädchen in Wallau, Alte Str. 2, Tel. 06461-8121
oder Tickets direkt beim Veranstalter
Das Konzert ist bestuhlt, es besteht freie Platzwahl





Sa., 6. und So., 7. Februar 2016/
Sa., 13. und So., 14. Februar 2016 


11 & 17 Uhr (13. Feb. nur 17 Uhr) - Wiederaufnahme
Der Freischütz im Marionettentheater Schartenhof

Nachdem im Frühjahr 2015 einmal mehr Mozarts Don Giovanni die Frauenwelt unsicher machen durfte, stand im darauf folgenden Herbst mit Der Freischütz zum ersten Mal Carl Maria von Webers berühmte romantische Oper auf dem Spielplan des Marionettentheaters Schartenhof. Mit der Wiederaufführung der Oper setzen die Eckelshausener Strippenzieher ihre seit nunmehr 16 Jahren erfolgreiche und beliebte Spielreihe fort und beweisen dabei ein mal mehr, dass Marionettentheater keinesfalls nur Kinder anspricht.

Sechs von sieben Freikugeln treffen jedes Ziel; die siebte tötet, was du liebst: Seit 1821 weiß die Geschichte um den Jägersburschen Max, der einen Bund mit dem Teufel eingeht, um die Geliebte freien zu können, das Publikum zu begeistern. Ganz der düsteren Seite der Romantik verpflichtet, ist Der Freischütz eine Geschichte über die verführerische Macht des Bösen, ein Albtraum aus Spuk und Nebel. Er ist aber auch das Psychogramm eines jungen Mannes, der sich einredet, niemals scheitern zu dürfen und deshalb bereit ist, zur dunklen Seite der Macht zu wechseln: Wenn Max sich auf den Weg zur Wolfsschlucht macht, um dort Schlag Mitternacht die sieben schicksalhaften Kugeln zu gießen, ist der von ihm durchschrittene tiefe dunkle Wald nicht weniger als der Spiegel seiner Seele.

18 € (ermäßigt 12 €)
Kartentelefon 06461 - 2710 
oder per E-Mail



Freitag, 19. Februar


19 Uhr – Evangelische Stadtkirche Biedenkopf
Himmelhochjauchzend: Glory Gospel Singers




Seit mehr als zehn Jahren begeistern die Glory Gospel Singers nun schon das Publikum mit ihren hervorragenden Stimmen in ganz Europa. Bei Auftritten in Kirchen und auf anderen Veranstaltungen bringen sie ihren Glauben an Gott in Liedern und Emotionen zu ihrem Publikum. Nicht nur in Kirchen wie dem Hamburger Michel sind die Künstler zu Gast, sondern auch in großen Konzertsälen, wie zum Beispiel dem Gewandhaus in Leipzig, dem Gürzenich in Köln oder der historischen Stadthalle Heidelberg.

The Glory Gospel Singers sind ein Teil der bis zu 70-köpfigen New Yorker WWRL Community Chorale. Sie werden für jede Tournee von der Phyllis McKoy Joubert, neu zusammengestellt. Dies gilt auch für das jeweilige Programm, wodurch die Lebendigkeit und Spontanität der Gesänge gewährleistet wird. Immer wieder gelingt es den Sängerinnen und Sängern, mit ihrer Show die afroamerikanische Kirchenkultur in die europäischen Gemeinden zu bringen.

€ 22 Abendkasse
€ 19,90 Vorverkauf - bei (alle Biedenkopf):
Hinterländer Anzeiger, Marktplatz 16 - Telefon 06461 92 81-0

Buchhandlung Stephani, Hainstraße 47 - Telefon 06461 2188 oder via Mail
Christliche Buchhandlung, Schulstraße  1a - Telefon 06461 4340 oder via Mail
Bürobedarf Hild, Hospitalstraße 15 - Telefon 06461 92083 oder via Mail



Mittwoch, 16. März


18 Uhr – Aue Eventhalle Biedenkopf
Rock meets Inclusion


 

Inklusion. Das bedeutet, jeder hat die gleichen Chancen auf Teilhabe. Egal, wo. Vor diesem Anspruch hat der Biedenkopfer Musiker Lucas Rieger ein Konzert mit den unterschiedlichsten Künstlern auf die Beine gestellt. Bei Inklusion LIVE - Es ist normal, verschieden zu sein treten auf:

Band vom Wohnhaus Wallau 
Stefan Briel als Colt Stevens 
Tanzgruppe der Hinterländer Werkstätten 
Soulrope




Unterstützt wird von AUE Events sowie dem Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V. Die Veranstalter hoffen auf zahlreiches Erscheinen und einen genialen Abend.

Eintritt frei

Wie das Event verlaufen ist, lässt sich hier im HA nachlesen.





Samstag, 19. März



19.30 Uhr - Konzertsaal im Rathaus Biedenkopf
Piano Classics mit Meisterpianist Menachem Har-Zahav

Keinesfalls verpassen sollten Freunde virtuoser und ausdrucksstarker Klaviermusik das nächste Gastspiel des Meisterpianisten Menachem Har-Zahav am Samstag, dem 19. März um 18 Uhr im Rahmen der Flügelschlag-Konzertreihe im Konzertsaal im Rathaus Biedenkopf.  Ausnahmekünstler Har-Zahav, der hier bereits mehrfach begeisterte, präsentiert diesmal das Programm Piano Classics, einen abwechslungsreichen Querschnitt aus Romantik, Impressionismus und Moderne mit Meisterwerken von Frédéric Chopin, Johannes Brahms, Claude Debussy, Maurice Ravel, Michail Glinka, Sergei Rachmaninoff und George Gershwin.

Von Menachem Har-Zahavs Interpretationen voller Gefühl, Esprit und Temperament sind Publikum und Presse regelmäßig hingerissen. Die NRZ z.B. beurteilt ihn als 'perfekten romantischen Virtuosen, technisch brillant, ausdrucksstark, sensibel ohne falsche Sentimentalität'.  Seiner musikalischen Aussagekraft und seiner 'ans Wahnwitzige reichenden Technik' verdankt er die Bezeichnungen als Weltklasse- und Starpianist.  Dabei ist die Virtuosität nie Selbstzweck, sondern sie wird eingesetzt, um transparente Klangbilder im Dienste der Musik zu schaffen.

Menachem Har-Zahav ist als Solist mit und ohne Orchesterbegleitung international aufgetreten.  Nachdem ihm bereits früh Lehraufträge an Hochschulen in den USA übertragen wurden, verbrachte er drei Jahre in England für weitere Studien. Inzwischen lebt er in Deutschland und widmet sich ganz dem Konzertieren. Seine zahlreichen Gastspiele in Deutschland führten ihn u.a. in die Tonhalle Düsseldorf, den Gasteig München, die Laeisshalle Hamburg und das Beethovenhaus Bonn. Im europäischen Ausland hat er in den Niederlanden, der Schweiz, England und Italien gespielt.


Zu Menachem Har-Zahavs Konzert haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt! Dahinter steht sein Wunsch, gerade der Jugend einen Anreiz geben, klassische Konzerte zu besuchen.  Er selbst sagt dazu: 'Ich finde es schade, dass so viele Kinder und Jugendliche klassische Musik als altmodisch und langweilig ansehen. Ich möchte ihnen die Gelegenheit bieten, zu erleben, dass Komponisten durch die musikalischen Epochen hinweg spannende Musik geschrieben haben, die auch heute noch mitreißt.'

€ 20
€ 10 für Studenten, Arbeitslose und Schwerbehinderte mit Ausweis
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Vorverkauf/Reservierung ab 1. Februar 2016 bei Tourist-Information, Rathaus, Hainstr. 63 Tel. 06461-95010 oder via Mail oder Thomas Bauer, Tel. 06461-77213. 
Abendkasse ab 17.30 Uhr.
Veranstalter: Freizeit, Erholung und Kultur - Eigenbetrieb der Stadt Biedenkopf in Kooperation mit Weston Musikmanagement


Nachklapp im Hinterländer Anzeiger zu einem beeindruckenden Konzertabend.

TEXT - 1. Quartal 2016

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LYRIK
Sozusagen die Klassiker unter den literarischen Klassikern, nämlich Balladen, wird am Donnerstag, 28. Januar Wilhelm Wünnenberg zum Besten geben. Und wie man ihn kennt, wird er dabei Populäres (Zauberlehrling, Glocke) genauso einfühlsam interpretieren wie weniger Geläufiges. 



HISTORIE
Kurhessen 1866: Der Deutsche Bund unterliegt im Krieg gegen Preußen. Hessen wird annektiert, auch das Hinterland (Biedenkopf inklusive) fällt unter preußische Verwaltung. Wie diese sich politisch und gesellschaftlich auswirkte, kann man am Freitag, 26. Februar erfahren.



VORTRAG
Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Hinterland, jenes geographisch unglücklich-abgeschiedene Anhängsel der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, ein armer Landstrich. Wie sich hier die Industrialisierung auswirkte, wird am Freitag, 11. März referiert.



AUSSTELLUNG
Am Mittwoch, 23. März lädt der Hinterländer Geschichtsverein zur Eröffnung der Ausstellung Von Menschen und Mäusen ein. Ein einleitender Vortrag wird allerlei Wissenswertes und Kurioses zur Kulturgeschichte der Mausefallen vermitteln.



KRIMI-LESUNG
Jetzt wird's persönlich: Am Donnerstag, 21. April wird die Dance World Wallau Teil der diesjährigen Criminale im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Rund um die Lesung von Autor Roland Spranger gibt es Tanz und Musik, serviert werden Appetithappen der Kriminalliteratur.






Donnerstag, 28. Januar 2016  


19 Uhr – Wilhelm Wünnenberg liest
Klassische deutsche Balladen: Lyrik-Lesung

Wilhelm Wünnenberg
Erinnerungen an die Schulzeit ist die Veranstaltung aus der Reihe Lyrik am Donnerstag untertitelt; freundlich neutral untertitelt, sollte man vielleicht bemerken, denn was dem Einen eine schöne Erinnerung ist, ist dem Anderen eine grausige – Balladen sind nicht jedermanns Sache. Meine allerdings schon, und so denke ich gern zurück an Herrn M., seines Zeichens Deutschlehrer, den ich aber nur in Vertretung kennen lernte, irgendwann in den Siebzigern. Da kam er in unsere Klasse, ein trotz strammen Bäuchleins drahtig wirkender, klein gewachsener Mann: Knallte die Tür auf, stürmte auf einen Tisch in der ersten Reihe zu, warf sich quer darüber, vor einem völlig entsetzten Kind, Gesicht vor Gesicht, vier weit aufgerissene Augen, und schnaubte laut: "Die Schwalbe fliegt über den Erie-See, Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee!" Hübsch illustrativ flog dazu auch Herrn M.s Spucke, aber das bemerkte er nicht; jener kurze erste Satz aus Fontanes John Maynard hatte ihn bereits hoffnungslos in Ekstase versetzt. Vom Tisch sportlich nach hinten wegfedernd (Sport war sein zweites Fach, bei den Mädels war Herr M. berüchtigt für seine Hilfestellungen), nun vor der ganzen Klasse aufgebaut, deklamierte er den Rest des Gedichts mit mal himmelwärts gerichtetem Blick, dann mit flehentlich in dieselbe Richtung gekrallten Händen; Herr M. hätte, davon war ich überzeugt, einen zwar kleinen, aber nichtsdestotrotz imposanten Hamlet abgegeben.

Die Ballade mit ihrer strengen, aber ebenmäßigen und, wenn sie gut ist, fast pulsierenden Metrik lebt vom Drama, man könnte sogar behaupten: Sie ist die filmischste aller Gedichtformen. Wer sich einmal auf sie einlässt, kann sich ihrer tiefen, stets schamlos aufs Emotionale zielenden Wirkung kaum entziehen, es sei denn, er ist ausgemachter Rationalist; dann bitte – soll er doch Brecht lesen.

Selber erschauerte ich damals, bei wiederholten Besuchen (manche fanden eher: Heimsuchungen) unserer Klasse durch Herrn M., vor dem Erlkönig und bebte beim Handschuh, machte mir fast in die Buxen beim Taucher, wünschte mir, wünschte mir so sehr, einen Freund wie aus der Bürgschaft. Aber wenn ich mir etwas wünschen darf für den Balladen-Abend bei Stephani (hören Sie mich, Herr Wünnenberg?), dann ist es der Nis Randers von Otto Ernst. Ich kann nicht mal den Inhalt dieses Gedichts zusammenfassend erzählen, ohne dabei loszuheulen. Nis Randers ist großartiger Pathos mit breiten Pinselstrichen, glitzernder Strass auf einem Kleid, für das gegen Ende des 18. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Balladen, vor allem Schiller und Goethe die Stoffe lieferten ... auch wenn beim Lyrikabend der Uhland sicherlich ebenso wenig vergessen wird wie Heinrich Heines Romanzero.

Ingo Moses von der Musikschule Moses wird den bewährten Schgauspieler und Interpreten Wilhelm Wünnenberg an der Gitarre musikalisch begleiten. (Ankündigung im HA hier.)

5 €
Buchhandlung Stephani, Hainstr. 47, 35216 Biedenkopf
Telefon 06461 2188
oder via Mail

und
Tourist-Info Biedenkopf, Hainstraße 63
Telefon 06461 95010
oder via Mail



Freitag, 26. Februar 2016


17.30 Uhr - Geschichtliches im Bürgerhaus Biedenkopf (1)
Was das Jahr 1866 für das Hinterland bedeutete


'Die Ereignisse eines Krieges, des traurigsten , der gedacht werden kann, weil er ein Bruderkrieg war, hatten mich gezwungen, mein Land zu verlassen (…) Ich habe schmerzliche Zugeständnisse machen müssen, um meinen Hessen den Frieden wiederzugeben. Einzelne Landesteile mussten von mir abgetreten werden. Mögen die Bewohner derselben Meiner freundlich gedenken und ihrer neuen Regierung mit Vertrauen und Liebe entgegen kommen.'

So schrieb Ludwig III. von Hessen im Manifest an seine Landeskinder, nachdem Teile seines Großherzogtums (darunter das Hinterland mit Biedenkopf) von Preußen annektiert worden waren. Der erwähnte Bruderkrieg war der kurze 'Deutsche Krieg' von 1866; der mittlere jener drei so genannten Einigungskriege, die zwischen 1864 und 1871 der Reichgründung vorausgingen (an diesen wie an den Deutsch-Französischen Krieg von 1871 erinnert das Kreiskrieger-Denkmal am Biedenkopfer Marktbrunnen). Ludwig hatte verloren, und mit ihm knapp vierzig weitere, im Deutschen Bund zusammenge-schlossene Landesfürsten. Ihnen allen hatte ein Staatsverbund unter Einbeziehung Österreichs vorgeschwebt, die 'großdeutsche' Lösung, während die Preußen eine 'kleindeutsche Lösung' bevorzugt hatten und jetzt auch durchsetzten - die widerwilligen Biedenkopfer nannten sich fortan 'Muss-Preußen'. Wie sie die Umstellung annahmen, schildert Armin Sieburg (Marburg) in seinem Vortrag Das Jahr 1866 und seine Bedeutung für das Hinterland – 150 Jahre Preußische Verwaltung.

Hinterländer Geschichtsverein
Bürgerhaus Biedenkopf/Park-Hotel 
Eintritt frei




Freitag, 11. März 2016


17.30 Uhr – Geschichtliches im Bürgerhaus Biedenkopf (2)
Kartoffeln, Schafe, hohe Öfen


Industriegeschichte und Industriekultur im Hessischen Hinterland heißt der Vortrag des Marburger Professors Dr. Otto Volk. Hinter dem ein wenig trocken daherkommenden Titel versteckt sich ein spannendes Thema. Hier ein wenig im Netz Zusammengeklaubtes, um darauf einzustimmen:

Die wenig ertragreichen Böden im Hinterland zwangen die Bewohner in der Vergangenheit zu einem entbehrungsreichen Leben. Um 1800 konnte selbst beständige harte Arbeit auf den kargen Böden und bei dem rauen Klima kaum das tägliche Brot sichern. Zusätzliche Erwerbsquellen waren dringend erforderlich. Speziell aus der Schafzucht heraus (viel erfolgreicher als der Ackerbau) entwickelte sich der Beruf der Strickerinnen und Strumpfträger, die ihre weit über die Landesgrenzen hinweg verkauften. Dennoch blieb die wirtschaftliche Lage, angefeuert durch eine steigende Bevölkerungszahl und erhöhte Lebensmittelpreise, schwierig. Erst mit Hilfe der Eisenbahn konnte man die natürlichen Quellen des Hinterlandes (Bergbau und die neuen Hüttenwerke, darunter Ludwigshütte, Wilhelmshütte, Karlshütte) völlig erschließen und der Armut der Bevölkerung begegnen. Andere kleinere Gewerbebetriebe kamen hinzu (u. a. zwei Kupferschmelzen, eine Quecksilberhütte, eine Seifensiederei, eine Wollspinnerei, eine Zigarrenfabrik), langsam besserten sich die Erwerbsmöglichkeiten.

Aber man blieb weiterhin auf die Landwirtschaft angewiesen. Es entstand so der Typus des Arbeiter-Bauern, des Feierabend-Landwirts. Bis in die 1950er und 1960er Jahre hinein waren daher die Dörfer des Hinterlandes, insbesondere westlich der Linie Buchenau – Herzhausen – Mornshausen, von den sogenannten Kuh-Bauern mit ihrer Nebenerwerbs-Landwirtschaft geprägt. Das obere Perftal wiederum spezialisierte sich auf den Handel mit Butter, Eiern und Geflügel: Wanderhändler kauften ihre Waren in der Umgebung und im angrenzenden Marburger Land auf und trugen sie in Kiepen und Körben bis nach Siegen. Dafür waren sie zwei Tage unterwegs. Später schafften sie sich für den Transport mit kleinen Wägelchen als Zugtiere Hunde oder auch Pferde an. Aus derselben Region gingen viele männliche Einwohner nach 1830 als Maurer ab Ostern in die aufstrebenden Industrieregionen an Ruhr und Sieg und blieben bis zu mehreren Monaten dort. Ihre Familien sahen sie nur zu Pfingsten, zur Haupterntezeit und im Spätherbst. Erst nach dem Bau der Eisenbahnen kamen die Wanderarbeiter öfter nach Hause, wo alle Arbeiten in der oft kleinen Landwirtschaft von den Frauen zusammen mit den jüngeren Kindern und, falls vorhanden, mit den Großeltern erledigt worden waren.

Hinterländer Geschichtsverein
Bürgerhaus Biedenkopf/Park-Hotel
Eintritt frei





Mittwoch, 23. März 2016


19.00 Uhr – Ausstellungseröffnung mit Vortrag im Hinterlandmuseum
Aus die Maus: Kleine Kulturgeschichte der Mausefallen


Die Ausstellung Von Menschen und Mäusen beleuchtet das Verhältnis zwischen Mensch und Maus facettenreich anhand von Fallen, Texten und Bildern von seinen Anfängen bis heute. Der Ideenreichtum des Menschen, der Maus als Nahrungskonkurrenten mit den unterschiedlichsten Gerätschaften den Garaus zu machen, war und ist unerschöpflich.

160 unterschiedliche, historische und zeitgenössische Fallen zeigen, wie der Mensch den kleinen Nager seit der Jungsteinzeit nach dem Leben trachtet. Während die älteste Falle eine getöpferte Falle aus Tunesien aus der Zeit 1000 Jahre vor Christi Geburt ist, stellt die Hightech-Falle, die bei Fangerfolg eine SMS verschickt, das vorläufige Ende der Entwicklung im 21. Jahrhundert dar. Die Ausstellung, mit einem fachkundigen Vortrag eröffnet des Grünberger Fallensammlers Reinhart Ewert bietet viel handwerklich solide Gearbeitetes, serienmäßig Produziertes und kreativ Erdachtes.

Eintritt frei
Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
Sonderausstellung bis zum 29. Mai 2016
ab 1. April 2016 geöffnet, dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr





Donnerstag, 21. April 2016


20 Uhr - Krimi vor der Haustür 
Kriminell gut: Trickreicher Tango 


Die Dance World wird Teil der diesjährigen Criminale im Landkreis Marburg-Biedenkopf und in Marburg. Denn sie ist Schauplatz eines finsteren Verbrechens. Roland Spranger, seines Zeichens Schauspieler, Autor und als letzterer Träger des Friedrich-Glauser-Preises für den besten Kriminalroman 2013, führt in seinem Kurzroman in die verbrecherische Welt des Henry Gennencher ein. Was dürfen wir an Verbrechen erwarten? Mord, Blut und Eifersucht rund um einen feurigen Tango Argentino-Tänzers? Ein Einbruch mit Folgen?

Auf jeden Fall erwarten uns drum herum Tanz, Musik und Appetithappen der Kriminalliteratur sowie auf Wunsch tiefgreifende Gespräche an der Bar – sei es zum nächsten Verbrechen oder zum nächsten Tanzkurs.

8 €
Dance World Wallau, Bahnhofstr. 48, 35216 Biedenkopf-Wallau
Vorverkauf unter 064641-808 697 oder via Mail

TRADITION - 1. Quartal 2016

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KINDERFASCHING
Zum traditionellen Kinderfasching lädt der TV Biedenkopf ein. Vereinskinder bis 10 Jahre (mit Geschwistern) werden am Sonntag, 7. Februar in der Biedenkopfer Jahnhalle wilkommen geheißen.



HISTORIE
Kurhessen 1866: Der Deutsche Bund unterliegt im Krieg gegen Preußen. Hessen wird annektiert, auch das Hinterland (Biedenkopf inklusive) fällt unter preußische Verwaltung. Wie diese sich politisch und gesellschaftlich auswirkte, kann man am Freitag, 26. Februar erfahren.



VORTRAG
Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Hinterland, jenes geographisch unglücklich-abgeschiedene Anhängsel der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, ein armer Landstrich. Wie sich hier die Industrialisierung auswirkte, wird am Freitag, 11. März referiert.



STADTFÜHRUNG
Einen Ausflug in die Welt und Geschichte des Marburger Fachwerks bietet Denkmalschutz-Preisträger Christoph Kaiser an. Der spannende Spaziergang findet am Sonntag, 20. März statt. 



AUSSTELLUNG
Am Mittwoch, 23. März lädt der Hinterländer Geschichtsverein zur Eröffnung der Ausstellung Von Menschen und Mäusen ein. Ein einleitender Vortrag wird allerlei Wissenswertes und Kurioses zur Kulturgeschichte der Mausefallen vermitteln.



AUSSTELLUNG MIT FÜHRUNG
Erst 1827 entstanden die ersten Fotografien, und erst Ende des 19. Jahrhunderts ließen sich Töne aus der Natur auffangen und bannen. Wie Bilder und Töne bleiben lernten zeigt das Schenkbarsche Haus Museum vom 9. bis zum 24. April.



VORTRAG
Elisabeth Selbert und die Gleichberechtigung von Mann und Frau heißt es am Freitag, 22. April. Selbert (1896 - 1986) war Politikerin und Juristin. Als eine der vier 'Mütter des Grundgesetzes' machte sie sich um die Aufnahme der Gleichberechtigung in den Grundrechteteil der bundesdeutschen Verfassung verdient. (weitere Infos folgen)






7. Februar 2016


14.11 Uhr – Jahnhalle
Kinderfasching des TV Biedenkopf 


Hiermit sei allen Vereinskindern (bis 10 Jahre) die Einladung durch den Vorstand der Biedenkopfer Turner in Erinnerung gerufen und wärmstens ans Herz gelegt:

'Der Eintritt kostet 99 Cent. Geschwisterkinder dürfen mitkommen. Wir wollen zusammen spielen, tanzen, Würstchen, Kräppel und Muffins essen, Apfelschorle und Wasser trinken und ganz viel Spaß haben!'
€ 0,99
Jahnhalle, Biedenkopf, Schulstraße 
bis 17 Uhr



Freitag, 26. Februar 2016


17.30 Uhr - Geschichtliches im Bürgerhaus Biedenkopf (1)
Was das Jahr 1866 für das Hinterland bedeutete


'Die Ereignisse eines Krieges, des traurigsten , der gedacht werden kann, weil er ein Bruderkrieg war, hatten mich gezwungen, mein Land zu verlassen (…) Ich habe schmerzliche Zugeständnisse machen müssen, um meinen Hessen den Frieden wiederzugeben. Einzelne Landesteile mussten von mir abgetreten werden. Mögen die Bewohner derselben Meiner freundlich gedenken und ihrer neuen Regierung mit Vertrauen und Liebe entgegen kommen.'

So schrieb Ludwig III. von Hessen im Manifest an seine Landeskinder, nachdem Teile seines Großherzogtums (darunter das Hinterland mit Biedenkopf) von Preußen annektiert worden waren. Der erwähnte Bruderkrieg war der kurze 'Deutsche Krieg' von 1866; der mittlere jener drei so genannten Einigungskriege, die zwischen 1864 und 1871 der Reichgründung vorausgingen (an diesen wie an den Deutsch-Französischen Krieg von 1871 erinnert das Kreiskrieger-Denkmal am Biedenkopfer Marktbrunnen). Ludwig hatte verloren, und mit ihm knapp vierzig weitere, im Deutschen Bund zusammenge-schlossene Landesfürsten. Ihnen allen hatte ein Staatsverbund unter Einbeziehung Österreichs vorgeschwebt, die 'großdeutsche' Lösung, während die Preußen eine 'kleindeutsche Lösung' bevorzugt hatten und jetzt auch durchsetzten - die widerwilligen Biedenkopfer nannten sich fortan 'Muss-Preußen'. Wie sie die Umstellung annahmen, schildert Armin Sieburg (Marburg) in seinem Vortrag Das Jahr 1866 und seine Bedeutung für das Hinterland – 150 Jahre Preußische Verwaltung.

Hinterländer Geschichtsverein
Bürgerhaus Biedenkopf/Park-Hotel 
Eintritt frei




Freitag, 11. März 2016


17.30 Uhr – Geschichtliches im Bürgerhaus Biedenkopf (2)
Kartoffeln, Schafe, hohe Öfen

Industriegeschichte und Industriekultur im Hessischen Hinterland heißt der Vortrag des Marburger Professors Dr. Otto Volk. Hinter dem ein wenig trocken daherkommenden Titel versteckt sich ein spannendes Thema. Hier ein wenig im Netz Zusammengeklaubtes, um darauf einzustimmen:

Die wenig ertragreichen Böden im Hinterland zwangen die Bewohner in der Vergangenheit zu einem entbehrungsreichen Leben. Um 1800 konnte selbst beständige harte Arbeit auf den kargen Böden und bei dem rauen Klima kaum das tägliche Brot sichern. Zusätzliche Erwerbsquellen waren dringend erforderlich. Speziell aus der Schafzucht heraus (viel erfolgreicher als der Ackerbau) entwickelte sich der Beruf der Strickerinnen und Strumpfträger, die ihre weit über die Landesgrenzen hinweg verkauften. Dennoch blieb die wirtschaftliche Lage, angefeuert durch eine steigende Bevölkerungszahl und erhöhte Lebensmittelpreise, schwierig. Erst mit Hilfe der Eisenbahn konnte man die natürlichen Quellen des Hinterlandes (Bergbau und die neuen Hüttenwerke, darunter Ludwigshütte, Wilhelmshütte, Karlshütte) völlig erschließen und der Armut der Bevölkerung begegnen. Andere kleinere Gewerbebetriebe kamen hinzu (u. a. zwei Kupferschmelzen, eine Quecksilberhütte, eine Seifensiederei, eine Wollspinnerei, eine Zigarrenfabrik), langsam besserten sich die Erwerbsmöglichkeiten.

Aber man blieb weiterhin auf die Landwirtschaft angewiesen. Es entstand so der Typus des Arbeiter-Bauern, des Feierabend-Landwirts. Bis in die 1950er und 1960er Jahre hinein waren daher die Dörfer des Hinterlandes, insbesondere westlich der Linie Buchenau – Herzhausen – Mornshausen, von den sogenannten Kuh-Bauern mit ihrer Nebenerwerbs-Landwirtschaft geprägt. Das obere Perftal wiederum spezialisierte sich auf den Handel mit Butter, Eiern und Geflügel: Wanderhändler kauften ihre Waren in der Umgebung und im angrenzenden Marburger Land auf und trugen sie in Kiepen und Körben bis nach Siegen. Dafür waren sie zwei Tage unterwegs. Später schafften sie sich für den Transport mit kleinen Wägelchen als Zugtiere Hunde oder auch Pferde an. Aus derselben Region gingen viele männliche Einwohner nach 1830 als Maurer ab Ostern in die aufstrebenden Industrieregionen an Ruhr und Sieg und blieben bis zu mehreren Monaten dort. Ihre Familien sahen sie nur zu Pfingsten, zur Haupterntezeit und im Spätherbst. Erst nach dem Bau der Eisenbahnen kamen die Wanderarbeiter öfter nach Hause, wo alle Arbeiten in der oft kleinen Landwirtschaft von den Frauen zusammen mit den jüngeren Kindern und, falls vorhanden, mit den Großeltern erledigt worden waren.

(Ein interessanter Artikel des HA vom 16. Februar 2016 um die Möglichkeit der Einrichtung einer Route der Industriekultur durchs Hinterland findet sich hier.)

Hinterländer Geschichtsverein
Bürgerhaus Biedfenkopf/Park-Hotel
Eintritt frei





Sonntag, 20. März 2016


15 Uhr – Mal raus hier: Stadtführung in Marburg
Von Nackedeis, Sonnen und wilden Männern


BID*Kultur-Mitmacher Christoph Kaiser lädt direkt ein:

Zum ersten Mal biete ich für Interessierte unter dem Titel Eine Reise zu Nackedeis, Sonnen und wilden Männern eine Stadtführung zur Geschichte des Fachwerks und wie man es lesen kann in der Oberstadt in Marburg an, nicht wie gewohnt in Biedenkopf. Wem die Stadtführung durch die Biedenköpfer Oberstadt neue Einblicke vermittelt hat, der ist hier mit Sicherheit auch goldrichtig, genauso wie alle, die schon immer etwas mehr zum hessischen Fachwerk und seiner Geschichte erfahren wollten.

Ich möchte wieder versuchen, meine Begeisterung für die Fachwerkbauten unserer Städte, zu denen ich als doppelter Denkmalschutzpreisträger naturgemäß eine besondere Beziehung habe, weiter zu geben, um ein Gefühl dafür zu wecken, welche kulturellen Schätze da mitten zwischen dem Getriebe des Alltags stehen und oft nicht beachtet werden oder sogar in Gefahr geraten, als angeblich veraltet entsorgt zu werden. Ich möchte die Teilnehmenden dazu verführen, nicht nur an den Häusern einmal hinauf zu sehen, sondern auch aufzuschauen zu der Leistung, die in jedem Fachwerkhaus an Können, Wissen und handwerklichem Geschick steckt.

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Die Führung beginnt bereits um 15 Uhr. Treffpunkt ist auf dem Platz bei der Bushaltestelle Wilhelm-Röser-Staße in der Ketzerbach. An Zeit sind etwa drei Stunden einzuplanen.

€ 5 
Voranmeldungen bitte unter 06461/89180 oder via Mail



 
Mittwoch, 23. März 2016


19.00 Uhr – Ausstellungseröffnung mit Vortrag im Hinterlandmuseum
Aus die Maus: Kleine Kulturgeschichte der Mausefallen


Die Ausstellung Von Menschen und Mäusen beleuchtet das Verhältnis zwischen Mensch und Maus facettenreich anhand von Fallen, Texten und Bildern von seinen Anfängen bis heute. Der Ideenreichtum des Menschen, der Maus als Nahrungskonkurrenten mit den unterschiedlichsten Gerätschaften den Garaus zu machen, war und ist unerschöpflich.

160 unterschiedliche, historische und zeitgenössische Fallen zeigen, wie der Mensch den kleinen Nager seit der Jungsteinzeit nach dem Leben trachtet. Während die älteste Falle eine getöpferte Falle aus Tunesien aus der Zeit 1000 Jahre vor Christi Geburt ist, stellt die Hightech-Falle, die bei Fangerfolg eine SMS verschickt, das vorläufige Ende der Entwicklung im 21. Jahrhundert dar. Die Ausstellung, mit einem fachkundigen Vortrag eröffnet des Grünberger Fallensammlers Reinhart Ewert bietet viel handwerklich solide Gearbeitetes, serienmäßig Produziertes und kreativ Erdachtes.

Eintritt frei
Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
Sonderausstellung bis zum 29. Mai 2016
ab 1. April 2016 geöffnet, dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr





Sa., 9. April - So., 24. April 2016


Ausstellung mit Vorführungen im Schenkbarschen Haus Museum
Als Bilder und Töne bleiben lernten


Heute so selbstverständliche Dinge wie Photographien und Tonaufnahmen waren jahrtausendelang ein unerfüllbarer Traum für die Menschheit. Erst ab 1827 gelang es, ohne Hilfsmittel wie Farbe und Pinsel Menschen, Dinge und Landschaften im Bild festzuhalten, so wie sie wirklich waren. Und erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es erstmals möglich, Töne  aus der Natur aufzufangen und zu bannen. Das Schenkbarsche Haus Museum bietet in einer Ausstellung die Möglichkeit, einmal in Kontakt zu kommen mit uns Heutigen so fremden Dingen wie Daguerrotypien, Ferrotypien, Ambroskopien und Wachswalzen mit Gesang, den ersten Schallplatten, Phonographen und Grammophonen. Gezeigt werden Bilder von Menschen, die uns unverfälscht aus einer fremden Vergangenheit ansehen, und vorgeführt werden Platten mit den Sensationen der Kaiserzeit und Humor von Anno Tobbak, Schlagern aus Film und Cabaret, aber auch völkerkundliche Aufnahmen, die die Laute längst untergegangener Welten und Völker bewahren.

Eintritt frei
Die Ausstellung vom 9.4. bis 24.4. im Schenkbarschen Haus Museum (Bei der Kirche 9 in Biedenkopf) kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Terminabsprachen dafür bitte unter 06461/89180 oder via Mail